Die vielen Bedeutungen der Familie

(Erfolgsgeschichten von Flüchtlingen)
Daily NK  |  2015-03-30 09:36

Wir leben in einer Ära mit knapp 27,000 nordkoreanischen Flüchtlingen. Diese leben nicht nur in Südkorea, aber auch in den Vereinigten Staaten, Kanada und Europa. Diejenigen, die es schaffen sich in einer neune Gesellschaft einzugliedern, sind eine Inspiration für andere Nordkoreaner und helfen gleichzeitig das Image des Südens aufzubessern.

Allerdings gibt eine reichliche Anzahl von Flüchtlingen, die sich nicht in die jeweiligen Gesellschaften eingliedern können. Auch in Südkorea. Da diese Anzahl weiterhin steigt, folgt eine unvorteilhafte Auffassung von Flüchtlingen gepaart mit Missverständnissen und Stereotypen. Um diese Überzeugungen zu zerstreuen und Erfolgsgeschichten aus dem Süden einzuführen, hat Daily NK sich mit der Korea Hana Foundation, eine Organisation welche sich um die Behausung und die Unterstützung von nordkoreanischen Flüchtlingen konzentriert, zusammengeschlossen und möchte somit mehr Klarheit in dieses Thema bringen.


Image: Daily NK
Die Baekdu Halla Service Group, 2009 von der Nordkoreanerin Kang Sun Hui gegründet, umfasst weitestgehend Flüchtlinge, aber auch andere Bürger aus der Daejon. Sie alle bieten diverse Dienstleistungen, welche sich auf Nahrungsmittelausgaben, Reinigungen oder Betreuung in Einrichtungen für Senioren oder auch Gemeindezentren und Waisenhäuser konzentrieren. Die Baekdu Halla Service Group hatte nur mit zehn Mitgliedern begonnen und wuchs schnell zur einer Organisation mit über 300 Mitgliedern heran.

Der Weg der Organisation war jedoch gepflastert mit Mühsal und Rückschlägen. „1999 entkam ich aus Nordkorea und kam erst 2005 in Südkorea an. Es war anfangs wirklich schwierig sich anzupassen. Ich wurde schwanger sobald ich ankam und dies war ein hoher Tribut für meinen Körper. Meine Umstände trieben mich in tiefe Depressionen – oft dachte ich an Selbstmord. Aber eines Tages schaute ich meine Tochter und bemerkte wie ängstlich sie war....und wie viel sie weinte. Von diesem Moment an habe ich mich zusammengerissen und gedacht ‚so kann ich mich nicht verhalten! Ich habe es dann verstanden. erinnert sie sich.

Dieser Vorfall folgte kurz nach einem Besuch eines Nachbarn, welcher sie fragte, ob sie Interesse an Sozialarbeit hätte. Letztendlich arbeiteten sie für eine Organisation für Behinderte, bei der sie die Personen im Rollstuhl auf längere Spaziergänge mitnahmen und diejenigen mit der Hand gefüttert haben, welche selbst nicht dazu in der Lage waren. In dieser Zeit erfuhr sie zwiespältige Gefühle, sagte sie – ihr Herz war voller Trauer und Freude zur gleichen Zeit.

Diese Gefühle brachten Kang dazu die Baekdu Halla Service Group zu gründen. Sie wählte den Namen sehr bedacht, um ihre Hoffnung darin zu übermitteln, dass eines Tages in der Zukunft die Liebe zwischen den Bergen Baekdu und Halla widerhallt.

Kang lässt sich immer wieder neue Ideen einfallen, um den Service ihrer Organisation zu verbessern und ermutigt ihre Personal das Gleiche zu tun. „Einmal machte ich das Haus einer Frau sauber, welche alleine lebte. Mir sank das Herz als ich bemerkte, dass sie keinen Schal hatte, sagt Kang. „Somit haben wir begonnen Schals zu stricken und wir verteilen sie jedes Mal, wenn wir Essen ausgeben.

„Ich kam 2006 ganz alleine nach Südkorea. Ich war furchtbar alleine ohne irgendwelche Verwandte, aber die Baekdu Halla Service Group stellte mich so vielen wundervollen Menschen vor, welche wie einen Familie für mich wurden. Die Senioren, welche mit älteren Flüchtlingen zusammen leben, sind ebenfalls eine Familie für mich geworden. Meine Verwandten sind jederzeit in meinem Herzen und ich teile meine ganze Liebe für sie mit anderen, sagt Lim Ok Hwa, Generalsekretärin der Baekdu Halla Service Group.

Lee Yeong Sun, ein Direktorin der Organisation, folgte mit ihrer Entdeckung wahrer Liebe und des Teilens. „Ich kam 2011 nach Südkorea und begann letztes Jahr für die Baekdu Halla Service Group zu arbeiten. Meine Eltern sind früh verstorben. Mein Herz ist am wärmsten, wenn ich helfe und die Hände der Älteren halte – sie erinnern mich an meine Eltern. Je mehr Aktivitäten ich mache und je mehr Menschen ich treffe durch diese Organisation, desto fröhlicher ist mein Leben, sagt sie.

Kang fasste anschlieend zusammen, dass „man kein Vermögen besitzen muss um von Nutzen zu sein. Einfache Sachen, wie zum Beispiel das Zubereiten von Essen oder einen Schalen stricken, sind Dinge die Menschen aus jeder Gesellschaftsschicht machen können.

*Dieser Artikel wurde durch die Korea Hana Foundation [the North Korean Refugees Foundation] ermöglicht

*Übersetzt von Christian Koch

 
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